Yanna Andersen

LINES – separate & connect

Die Welt ist voller Linien für Yanna Andersen. Sie bilden Umrisse und Strukturen von Dingen. Auf dem Stadtplan verlaufen sie als Straßen, Bahngleise und Flüsse. Sie haben verbindende und, oder trennende Eigenschaften. Treten Linien gemeinsam auf, können sie zu Flächen werden in unterschiedlichen Kontexten. Yanna konzentrierte sich in ihrer Arbeit auf die Entstehung einer textilen Fläche aus einzelnen Linien, bzw. Fäden und gestaltet «Space Cube». Ein Raum, der es ermöglicht, sich von der Umwelt abzugrenzen. Zunächst verläuft die einzelne Linie als Faden senkrecht durch den Holzrahmen, der mit einer Lochung zum Durchfädeln versehen ist. Die Linie bildet in der Gesamtheit mit anderen, parallelen Linien eine Fläche. Hinzu kommen die schräg verlaufenden Querlinien. Sie bilden ihrerseits Flächen durch Parallelen. Durch Überschneidungen mit den Längslinien und anderen Querlinien entstehen neue Flächen. Zwischen den Linien, die von den Fäden gebildet werden, existieren weitere Linien und Flächen: der Leerraum – die Luft zwischen den Linien, die ihrerseits wieder als durchlässige Linie oder Fläche wahrgenommen werden kann. Durch das Zusammenspiel von Linie und Luft entstehen Flächen, die den Raum durchschneiden und Bereiche voneinander abtrennen, gleichzeitig durchlässig sind und alles miteinander verbinden. Der «Space Cube» besteht aus acht variabel miteinander verbundenen Holzrahmen. Auch eine Aufteilung einzelner Elemente ist denkbar.


Woher stammt die Idee für deine Abschlussarbeit?

Die Idee stammt aus der Betrachtung der Gesamtheit meiner Arbeiten, die während des Studiums entstanden sind. Ich habe festgestellt, dass sich das Element «Linie» wie ein roter Faden durch meine Arbeit zieht und daher beschlossen, mich im Abschluss näher damit auseinanderzusetzen.

Was wäre beinahe schief gegangen?

Ich hatte die Rahmen ursprünglich etwas anders konstruiert. Hätte ich das so umgesetzt, wäre das Holz durch die vielen Löcher instabil und brüchig geworden.

Wer oder was hat dich inspiriert?

Technisch auf jeden Fall die Textilkünstlerin Hayley Sheldon, die mit bespannten Rahmen Wandgestaltungen herstellt. Künstlerisch der Venezolaner Jesús Rafael Soto und die Schweizerin Elsi Giauque, inhaltlich meine eigenen Gedanken.

Womit bist du sehr zufrieden?

Ich bin zufrieden, dass das Ergebnis tatsächlich die Wirkung hat, die ich damit erzielen wollte. In Anbetracht der Tatsache, dass es nur einen kleinen «Testrahmen“» gab und nicht ein komplettes Modell, war meine Vorgehensweise ein bisschen waghalsig. Umso glücklicher bin ich, dass es sich so schön hat umsetzen lassen. Sowohl insgesamt als auch die einzelnen Schritte – insgesamt hat alles am Ende wirklich gut funktioniert.

Bachelor Textildesign

Prof. Franziska Hübler

Martina Lutz

Yanna Andersen

yanna.andersen@gmail.com @yanna.andersen.studio