Sabrina Clausen

Knitting out loud

Sabrina Clausen greift in ihrer Abschlussarbeit das Thema der Entschleunigung in der Mode auf. Sie beleuchtet das Handwerk Stricken und greift seine Anfänge auf. In einem Designprojekt analysiert sie den Prozess der Fertigung und zeigt, welche Möglichkeiten bestehen, das Thema der Wertigkeit von Kleidung wieder ins Bewusstsein zuzurückzuholen. Durch die immer schnellere Verfügbarkeit von Kleidung, die Überproduktion und der rasende Wahnsinn des Modezirkus, verlieren Menschen den Bezug zum Wert von Textilien. Wie produzieren Menschen in der Zukunft? Was können Designer:innen, Konsument:innen und Textilproduzent:innen beitragen? Wie rehabilitiert man das Bewusstsein für den Wert eines Kleidungsstückes? Lassen sich bestehende Produktionsprozesse entschleunigen? Sabrina stellt außerdem Brands vor, die das Handwerk Stricken einbeziehen, nachhaltig und ökologisch denken, weniger Kleidung produzieren und trotzdem ein erfolgreiches Business aufgebaut haben.


Woher stammt die Idee für deine Abschlussarbeit?

Ich habe mich bereits ein Semester davor mit Strick auseinandergesetzt und eine Kollektion gestaltet. Dies hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich wollte unbedingt meine Entwicklung in der Bachelorarbeit fortsetzen.

Was wäre beinahe schief gegangen?

Die Beschaffung durch das Internet hat vieles erschwert. Das Warten auf die Bestellungen, falsche Produkte wieder zurückzuschicken. Fehlentscheidungen, die man irgendwann doch treffen musste. Kurzwaren wie Reißverschlüsse zu bestellen. Ich habe viel gekauft, was man doch nicht gebraucht hätte. Mir fehlte es, im Laden die Sachen anzufassen und die Ware zu sehen und vergleichen zu können. Keinen Kontakt zu Kommiliton:innen, kein Austausch durch Corona. Ich habe kurz mal darüber nachgedacht abzubrechen und ein Semester später abzuschließen. Hab mich aber dann doch selbst motivieren können.

Wer oder was hat dich inspiriert?

Inspiriert hat mich die Strickdesignerin Alice Lemoine, die ihre Designs ebenfalls ausschließlich mit der Hand strickt. Ebenso das Designer Duo Gudrun&Gudrun von den Färöer-Inseln. Traditionelle Handarbeit wieder in das Jahr 2021 integrieren, war mein Weg.

Womit bist du sehr zufrieden?

Mit dem Portfolio, was ich ohne Hilfe selbst erstellt habe. Dadurch habe ich das Programm IN Design besser kennen gelernt und mein Mindset erweitern können. Mit den Shooting Fotos bin ich auch sehr zufrieden, die in Zusammenarbeit mit einem Fotografen und dem Model entstanden sind. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Anmerkung: vielen Dank an Kilian Landwehr (ebenfalls BA Abschluss in Mode), der als Model eingesprungen ist.

Weißt Du schon, wie es nach dem Studium weitergeht?

Zurzeit arbeite ich noch in meinem Nebenjob und kann mir etwas Geld verdienen, solange die Bewerbungsprozesse laufen.

Bachelor Modedesign

Prof. Kai Dünhölter

Prof. Dr. Alice Lagaay

Sabrina Clausen

Sabrina.clausen@email.de