Rebecca Schmidtke

Archivmachen

Archivmachen ist ein Experiment, demokratisch zu erinnern. In institutionellen Archiven wählen Expert:innen aus, was bewahrenswert zu sein scheint und somit, was in unser kollektives Gedächtnis gelangt. Wie wäre es, wenn jede:r mitbestimmt, was erinnerungswert ist? Mit dem Zusammenspiel der Projektschwerpunkte Raum, Website und Zine lädt die Abschlussarbeit von Julia Schröder und ihren Partner:innen Rebecca Schmidtke und Ronja Schweer zum kollektiven Archivmachen im Gängeviertel ein. Dieser Ort hat eine spannende Geschichte, die im Stadtraum bisher wenig erzählt wird. Im vor—gänge Museum hat Ronja einen Raum geschaffen, an dem kollektiv gesammelt, gestöbert und gearbeitet werden kann. Jede:r kann Bücher oder Fotos vorbeibringen und diese selbst einsortieren, und so mitentscheiden, was öffentlich erinnert werden kann. Für den Zugang zum digitalen Material hat Rebecca eine Website entwickelt. Die Website ermöglicht ein intuitives Eintauchen in die Welt des Gängeviertels. Assoziativ und nach eigenen Interessen kann das digitale Material erschlossen werden. Der beim Stöbern auf der Website entstehende digitale eigene Pfad durch das Material kann im Anschluss in einem persönlichen Heft festgehalten werden. Julias Script generiert automatisch ein Zine, welches das durch Anklicken ausgewählte Material enthält. Das Zine kann vor Ort ausgedruckt, mit Stickern beklebt und zum Erinnern mit nach Hause genommen oder im Regal einsortiert werden.


Woher stammt die Idee für deine Abschlussarbeit?

Ronja hat durch ihr Engagement im vor—gänge Museum bemerkt, wie Fotospenden vorbeigebracht werden, aber dass bisher das Konzept fehlt, was damit geschehen soll. Rebecca und Julia beschäftigen sich schon seit längerem mit dem Sammeln und dem Zusammenspiel von digitalem und analogem Material. Das passte gut zusammen.

Wer oder was hat dich inspiriert?

Inspiriert wurden wir durch unterschiedlichste Projekte (Impossible Library), Künstler:innen (Batia Suter), aber auch Theorien (Aleida Assmann, Nora Sternfeld), das Gängeviertel und stetigen Austausch.

Womit bist du sehr zufrieden?

Wir sind sehr zufrieden, dass wir aus unserer langen Theoriephase und den vielen Gedanken, wie ein Archiv fürs Gängeviertel aussehen könnte, ein Projekt entwickeln konnten. Es war uns wichtig, dass jede an etwas arbeiten kann, was sie persönlich spannend findet und doch sollten unsere verschiedenen Ansätze ineinandergreifen und sich ergänzen

Master Kommunikationsdesign

Prof. Stefan Stefanescu

Prof. Dr. Anke Haarmann

Rebecca Schmidtke

mail@rebeccaschmidtke.de @rivka.schmidtke