Melina Papageorgiou

I used to look at the sky

Die Straße ist ein Zeichen der Zivilisation, universal bekannt und zugänglich. Ihre Form hat sich in den letzten 200 Jahren gewandelt: Straßen werden asphaltiert und systematisch angelegt. Straßenschilder und Markierungen begleiten das Straßennetz und bilden eine Art der Kommunikation. Für Ihr Abschlussarbeit hat Melina Papageorgiou asphaltierte Straßenraum systematisch fotografiert. Ihre Bilder sollen Aufmerksamkeit für den Straßenraum und die Fläche der Straße schaffen mit Nah- und Detail-Aufnahmen im Hochformat. Das sich stets wiederholende Motiv des Asphalts bildet den Rahmen für eine Vielzahl an variierenden Details: Spuren des Alltags, der Natur oder des Materialwandels, wie etwa Straßenschäden oder Reparaturen. Das Motiv der Straße bestimmt den Blick: er ist, samt Kamera, nach unten, auf den Boden gerichtet. Im zweiten Lockdown fotografierte Melina in Berlin. Für sie entstand in der Auseinandersetzung mit Straße und dem sich bewegen im Straßenraum ein neues Verständnis für den Raum der Straße im urbanen Kontext. Entstanden ist ein Buch, das Parallelen zwischen dem Objekt Straße und dem Medium Buch aufweist. Das Buch greift Elemente der Gestaltung auf, wenn sich beispielsweise die Seitenzahlen, wie auf einer Straße, durch den Raum zwischen den Buchdeckeln bewegen. So wirkt das Motiv der Straße bis in seine mediale Verarbeitung hinein. Das Konzept der Fotografien greift auf das Medium des Buches über und bildet eine konzeptuelle Einheit.


Woher stammt die Idee für deine Abschlussarbeit?

Bei den Spaziergängen im ersten Lockdown in Hamburg und beim Fotografieren im Fotokurs „alles ist anders” bei Linn Schröder im Jahr 2020 entstand mein Interesse für das Thema Straße. Ich begann, die Straße und Asphaltstraße zu beobachten, als Form, Materialität, ihre Markierungen. Später habe ich weiter in Berlin fotografiert. Was das Projekt ausgemacht hat, war eine Frage der Einheit der Bilder nach Bilderrahmen in Hochformat und eine Kamera, die auf den Boden gerichtet ist.

Was wäre beinahe schief gegangen?

Im Großen und Ganzen, eigentlich nichts. Ohne zu unterschätzen, dass das Fotografieren im Straßenverkehrs eine gewisse Gefahr in sich trägt.

Wer oder was hat dich inspiriert?

Die Filme von Heinz Emigholz über Straße und Sprache, das Medium Kamera und das Hinterfragen von Sehgewohnheiten. Außerdem die Fotoarbeiten der Künstlerin Viktoria Binschtok als Repräsentation von Bildern in verschiedenen Kontexten und Ausstellungsformen. Geometrische Formen und Malerei haben mich auch inspiriert, insbesondere die Bewegung von «zero point of painting» und die «Suprematism Zeit» von Kazimir Malevich.

Womit bist du sehr zufrieden?

Mit dem Buch selbst, das objekthafte Resultat, das durch die Zusammenarbeit mit der Gestalterin Gina Bartzok verbunden ist. Dazu auch der Austausch mit Julia Kochanek und ihre Text, der Teil des Buches ist.

Master Kommunikationsdesign

Prof. Linn Schröder

Prof. Alice Lagaay

Melina Papageorgiou

melina.papageorgiou@hotmail.com melinapapageorgiou.com @melina_papageorgiou