Hiền Hoàng

Asia Bistro – Made in Rice

Die Abschlussarbeit von Hien Huang ist ein interdisziplinäres Projekt, das Fotografie, Performance und Installation kombiniert. Mit ihrem Projekt hinterfragt sie das Konzept der Stereotypen über asiatische Menschen im Westen, insbesondere in Bezug auf Essen und kulturellen Konsum. Der erste Teil umfasst Fotos: Stillleben mit Lebensmitteln, Körpern und Ausschnitten von Bildern. Lachs mit Augen, Reispapier auf einer Zunge. Sie bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Ästhetik und Ekel. Der zweite Teil ist die Performance «Made in Rice», bei der drei Performer:innen mit drei Arten von Lebensmitteln, die aus Reis bestehen, interagieren. Die Geschichte der Performance und das Konzept der Fotografien sind durch die einheitliche Ästhetik und die Verwendung von Objekten und Elementen, eng miteinander verbunden. Zuletzt wurde die Performance «Made in Rice» als multimediale Außeninstallation in Planten un Blomen in Hamburg präsentiert. Die Installation wurde als Erweiterung der Parklandschaft konzipiert und ließ das Publikum mit großflächigen Projektionsflächen und einem Mehrkanal-Soundsystem in die Szenerie eintauchen. Hien Hoang arbeitete für ihr Projekt mit Künstler:innen und Designer:innen zusammen. Unterstützt wurde sie von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg.


Woher stammt die Idee für deine Abschlussarbeit?

Als ich noch Schülerin war, bestellte ich in einem Asia Bistro in Berlin zum ersten Mal Frühlingsrollen und Glasnudelboxen. Der Geschmack war wohl der Auslöser dafür, dass ich mich mit dem Thema Essen und der Darstellung asiatischer Kulturen in Deutschland beschäftige.

Was wäre beinahe schief gegangen?

Die Performance und die Premiere-Installation wären ganz anders ausgefallen, wenn ich nicht die Künstler:innen und mein Team gehabt hätte sowie die staatliche Förderung. Zum Glück konnten wir die Performance in diesen Pandemie-Zeiten zeigen und das Wetter hat auch mitgespielt.

Wer oder was hat dich inspiriert?

Viele Menschen sind meine Inspiration. Darunter die Künstler:innen: Nobuyoshi Araki, Jana Sterbak, Marina Abramović und Anne Imhof. Ich habe mich auch von Geschichten meiner verwandten Familie in Berlin inspirieren lassen und von meinen Recherchen über die asiatische und vietnamesische Diaspora-Geschichte in Deutschland. Darüber hinaus hat mich auch die Ästhetik und Dramaturgie von «Tuong», einer traditionellen Theaterkunst in Vietnam, sehr inspiriert.

Womit bist du sehr zufrieden?

Ich bin zufrieden mit dem Zusammenspiel und der starken Verbindung zwischen der Fotografie und der Performance. Die Premiere-Installation war auch für mich ein Erfolg. Sie zeigt mir nicht nur, dass ich an meine Vision glauben und hart daran arbeiten sollte, sondern vor allem, dass ich Menschen um mich habe, mit denen ich gemeinsam an der Kunst arbeiten kann.

Weißt Du schon, wie es nach dem Studium weitergeht?

Ich werde als Künstlerin arbeiten und mich mehr mit Screening und visueller Technologie beschäftigen, zusammen mit Fotografie und Performance Art. Mein nächstes langfristiges Projekt wird eine Forschung und experimentelle Arbeit sein, die das Konzept von Wert und Wertlosigkeit untersucht, und natürlich werde ich etwas «asiatische Würze» hineinbringen. Aber vorher arbeite ich an meiner kommenden Ausstellung in Amsterdam, die von Futures Photography veranstaltet wird.

Master Kommunikationsdesign

Prof. Vincent Kohlbecher

Prof. Linn Schröder

Hiền Hoàng

thuhienhoang@hotmail.com hien-hoang.com @hiennhoangg