Celia Hesse

Clubs von Gestern

Der Begriff «Clubsterben» wurde im Januar 2020 so häufig gegoogelt, wie in den letzten zehn Jahre nicht. Für Celia Hesse ist das Phänomen ein Teil des Ausverkaufs der Städte, mit dem sie sich im Rahmen ihrer Abschlussarbeit intensiv auseinandersetzt. Denn viele Clubs müssen aufgrund von Miet- oder Pachtgebühren, Kündigung von Verträgen und Grundstücksverkäufen schließen. Mit ihrer Abschlussarbeit möchte sie Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und Spenden zum Erhalt der Kultur generieren. Während des Projektes entstand die Idee, zu einer «Best Of-Platte» für die Clubs von gestern. Die bereits geschlossenen Clubs sollen wertgeschätzt und zugleich ein Bewusstsein für das fortschreitende Clubsterben geschaffen werden. Die Plattenhülle dient als Medium der Publikation und ist gefüllt mit Informationen rund um den Club. Zusätzlich informiert ein Flyer, der jeder Platte beiliegt, über das Clubsterben und dokumentiert Meinungen aus der Szene.


Woher stammt die Idee für deine Abschlussarbeit?

Ich bin ein sehr musikaffiner Mensch, was nicht heißt, dass ich sonderlich musikalisch bin. Vor Corona habe ich meine Freizeit und mein Berufsleben der Musik gewidmet. Vier Jahre lang arbeitete ich für eine der größten Konzert- und Festivalagenturen Deutschlands. In den Sommermonaten tourte ich von Festival zu Festival. Dieser Einfluss war auch deutlich in meinen bisherigen Projekten aus dem Studium zu spüren. Oft beschäftigten sich die Themen mit Musikkultur, Clubkultur und/oder Subkultur. Mir war von Anfang an klar, dass ich auch in meiner Bachelorarbeit zu diesem Thema arbeiten möchte.

Was wäre beinahe schief gegangen?

Die Produktion, obwohl es viele Produzenten in Hamburg und Umgebung gibt, die Platten pressen und Cover produzieren. Leider nur in sehr hohen Auflagen und in Verbindung mit einer Platte. Ich benötigte ausschließlich das Gatefold-Cover in sehr kleiner Auflage. Ich habe die Gatefold-Cover selbst produziert. Die Cover legte ich auf Planbögen an, welche ich später selbst zuschnitt und verklebte.

Womit bist du sehr zufrieden?

Mit dem redaktionellen Austausch, denn für mein Projekt benötigte ich aussagekräftigen Content von Musikclubs, die nicht mehr existieren. Ich entschloss mich, die aktuellen und/oder ehemaligen Betreiber:innen direkt zu kontaktieren. Es entstand viel Austausch mit Fotografen:innen, Journalist:innen, Betreiber:innen aus der Szene.

Weißt Du schon, wie es nach dem Studium weitergeht?

Seit Oktober arbeite ich für das Manager Magazin als Layouterin.

Bachelor Kommunikationsdesign

Prof. Stefan Stefanescu

Prof. Dr. Alice Lagaay

Celia Hesse

celiahesse22@gmail.com @celihesse